Warum es das „Vorher“ niemals mehr geben wird?

In jeder Minute unseres Lebens geschieht etwas, etwas mit uns oder in unserer Umgebung. Oft sind es minimale Ereignisse, manchmal ganz Große, oft sind es nur Gedankengebilde, Vorstellungen, Träume, aber auch die verändern unsere Welt – bereits in dem Augenblick, in dem sie vor unserem geistigen Auge ablaufen. Es gibt keinen Weg zurück, zu dem Menschen, der wir noch vor einer Minute, einem Tag oder gar einem Monat waren.

Noch einmal zum Startpunkt von vorgestern zurück? Gedanken, wie „hätte ich doch nicht“, „wenn ich noch einmal“, gaukeln uns die Illusion vor, dass wir Dinge ungeschehen machen könnten. Im Prinzip lassen sich Fehler nicht wirklich korrigieren, wir können sie im Nachhinein zwar richtigstellen oder einen neuen, besseren Weg einschlagen, aber wir können sie nicht auslöschen. Wertfrei gesehen, sind Fehler nichts anderes als Erfahrungen auf unserem Weg, die wir stets mit bestem Wissen und Gewissen nach unseren Möglichkeiten im entsprechenden Moment durchlaufen wollen. „Ja“, wird sich jetzt sicher der eine oder andere fragen, „ich weiß doch nicht immer genau, wie Dinge ausgehen, ob ich sie hinterher nicht bereue?“ Mit dieser Aussage befördern wir uns jedoch unbewusst in die Opferrichtung. Wir wollen die Verantwortung für den vermeintlichen Fehlschlag abgeben und das geht leider nicht! Handeln und auch nicht Handeln haben Konsequenzen, in welcher Form auch immer.

 

Wir Menschen haben Schöpferkraft, wir erschaffen unser Leben. Mit jedem Gedanken senden wir Energien aus und erzeugen Resonanz. Wir haben es quasi in der Hand, welche Menschen und welche Situationen auf uns zukommen. Mag es auch durchaus einmal vorkommen, dass wir wirklich ein paar Lebensschritte zurück müssen, uns rückbesinnen müssen, weil wir sonst nicht weiterkommen – und doch, wir sind bereits mit einem anderen Gedankengut und anderen Emotionen ausgestattet als vorher, bevor wir zu laufen begonnen haben. Der sogenannte Nullpunkt ist die Gegenwart, die bewusste Bestandsaufnahme der Stunde X!

 

Wer jemals fremdgegangen ist, der wird wissen, was ich meine. Wer bei seinem Partner bleibt, weil die ganze Geschichte ein Ausrutscher war oder eben nur eine Episode, wird nie wieder so leben können, als sei nichts gewesen, auch dann nicht, wenn der Partner nichts davon weiß. Jede Begegnung, jedes Erlebnis, jedes Gefühl verändert uns, sei es auch noch so klein und unbedeutend! Leben ist Entwicklung, dazu sind wir hier! Wir sollen Erfahrungen machen, Neuland erkunden, eigene Wege finden. Und mal ganz ehrlich, die wenigsten Menschen möchten nicht nochmal jünger sein. Das Wissen, die Gelassenheit und auch die Weisheit, die wir uns erworben haben, gehören untrennbar zu uns. Das Leben fließt unaufhörlich, wir können es nicht anhalten, selbst wenn uns manchmal danach wäre. Wir können Entscheidungen, die wir einmal gefällt haben, zwar rückgängig machen und trotzdem, nichts ist wie es war. Gerade jetzt muss ich an unsere Reisen durch die Vereinigten Staaten denken. Die Entfernungen dort sind riesig im Vergleich zu unserem kleinen, beschaulichen Deutschland. Wir lebten damals von einen Tag auf den anderen. Die Byways und Dirt Roads, die Straßen neben den großen Highways, haben es uns angetan. Wir wollten Freiheit und Abenteuer! Ab und zu passierte es, die Straßen wurden nach einigen Meilen unwegsamer und mit einem normalen PKW immer schwieriger zu befahren. Navi, Handy und Co gehörten damals noch nicht zur Standardausrüstung. Doch selbst wenn die Straßenverhältnisse noch kritischer wurden, es gab für uns einen „Point of no Return“, der lag ungefähr in der Mitte der Gesamtstrecke. Hatten wir diesen bereits überfahren, gab es kein Zurück! Das hätte zu viel Zeit und nochmal Nerven gekostet. Später habe ich ähnliche Touren durch Südafrika gemacht, mit einem anderen Partner und reicher an Jahren, und wahrlich – wir sind gut damit gefahren! Leben läuft vorwärts und niemals zurück!

Sehnsucht nach dem Zustand „Vorher“ zu haben, ist so ähnlich wie der Versuch „zaubern, zu wollen“, es ist nicht möglich. „Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi“ (Kees Snyder), diesen Spruch habe ich einmal irgendwo gelesen und ich finde, er trifft genau den Punkt. Nichts lässt sich ausradieren, nicht einmal ein Gedanke, selbst der schwingt.

Nein, wir Menschen wissen ganz sicher nicht immer, ob wir alles richtig machen. Darum geht es auch nicht! Aber es geht darum, bewusst durch dieses Leben zu gehen, nach seiner eigenen Wahrheit zu leben, dem Herzen zu folgen. Wer so zu leben weiß, der wird sich nicht nach einem „Leben davor“ sehnen. Sein Credo heißt „Annehmen“ – und zwar nicht nur das Leben, das er selbst kreiert hat, sondern auch das, was in sein Leben getragen wird – und aus all diesen Facetten eine einzigartige Komposition zu erschaffen!

 

 

 

 

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