Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – das Spiel hat keine Grenzen

Als wir noch klein waren, da haben die Erwachsenen uns die Grenzen aufgezeigt, die ihnen selbst schon auferlegt worden sind. Das heißt nicht, dass seine Grenzen gezeigt zu bekommen, schlecht wäre, aber einige davon behindern uns ein ganzes Leben lang, hindern uns am Vorwärtskommen und vielleicht sogar daran, das Leben zu führen, das wir gerne führen möchten.

Das Schlimme daran ist, dass wir oft nicht einmal merken, dass wir in unseren eigenen Mauern, die da heißen „kann ich nicht“, „darf ich nicht“, tut man nicht“, „dies und das ist schlecht“, „man muss immer artig sein“, man könnte die Liste noch endlos weiterführen, gefangen sind. Zudem kommt noch, dass auch nichts von außen durch diese Mauern zu uns eindringt und uns zu anderen Ufern führt – außer es gelingt einem Menschen oder einer Situation, an diesen Mauern zu rütteln und sie gar zum Einsturz zu bringen.

 

Das Paradoxe an der Sache ist, dass wir auch einen Schutz brauchen. Wir sollten unsere eigenen Grenzen kennen und sie respektieren und wenn uns etwas nicht guttut, dann sollten wir uns klar abgrenzen. Da ein ausgewogenes Verhältnis hinzubekommen, ist gar nicht so einfach. Wer nicht von Kindheit an gelernt hat, auf seine innere Stimme, seine Intuition zu hören und entsprechend zu reagieren, der muss sich heute bewusst auf die Suche nach einer gesunden Balance machen.

 

Im Laufe eines Lebens können diese Mauern sehr hoch werden, denn was einmal als kleines Mäuerchen begonnen hat, kann durch unsere Erfahrungen und Erlebnisse zu einem schier unüberwindbaren Schutzwall in die Höhe wachsen. Einige dieser Begrenzungen legen wir uns sogar selbst zu. Wir werden verletzt, wir haben seelische Schmerzen, werden ungerecht behandelt oder hintergangen, all diese Dinge kann das Leben mit sich bringen – und das tut weh!. Mutter Natur hat es eigentlich so eingerichtet, dass wir daraus lernen sollen. Doch bis wir so weit sind, schieben wir die Lektionen ins Hinterstübchen und legen noch ein paar Steine mehr auf unsere Festung. Das ist zum einen verständlich, denn erst wenn der Mensch in der Lage ist, das Geschehene zu fühlen und zu verarbeiten, wird er das Erlebte wieder hervorholen und im Idealfall daran wachsen. Zum anderen ist dieses Verhalten fatal, denn es findet eine Art Verhärtung in unserem Inneren statt, die genau den Schmerz verdeckt, der die Steine purzeln ließe.

 

Begrenzungen ziehen sich durch unser ganzes Dasein. Sie sind auf der ganzen Erde zu finden. Auch wenn sich die Ländergrenzen, zumindest in Europa, nach und nach auflösen, so bleiben doch genügend gesellschaftliche, persönliche und individuelle Grenzen bestehen. Ich habe mich oft gefragt: „Darf ich anderen Menschen eine Grenze setzen, nur weil ich Angst davor habe, verletzt oder verlassen zu werden? Gibt es einen wirklichen Grund, um jemanden eine Grenze zu setzen? Ist es wirklich die Sorge um den anderen, wenn ich den anderen bitte, etwas zu unterlassen? Begrenze ich in Wahrheit nicht sein Leben – und das vielleicht sogar im Namen der Liebe?“ „Harter Tobak“, wie ich finde, denn wie gerne kontrollieren wir und wollen alles im Griff haben, besonders in unseren Partnerschaften. Am liebsten ist es uns, wenn unsere Lieblinge im gemeinsamen Mäuerchen bleiben, denn dann fühlen wir uns sicher. Doch die Sicherheit trügt, denn jeder Mensch ist frei und bleibt frei, auch dann, ja, sogar erst recht, wenn er sich in einer Lebensgemeinschaft befindet. „Wie das denn?“, werden nun sicher einige denken, „wenn ich gebunden bin, bin ich ja nicht mehr frei!“ Das mit der Bindung ist so eine Sache und das mit der Treue auch! Wenn zwei Menschen durch ein emotionales Band miteinander verbunden sind, kann sie nichts so leicht entzweien. Sie binden sich freiwillig aneinander, das ist etwas anderes, als gefesselt sein. Die Liebe formt ein inneres Band, das weit mehr beinhaltet als ein Zueinander-Wollen. Die Liebe spinnt nämlich auch einen spirituellen Faden und der trägt, ist er in Wahrheit gesponnen, ein ganzes Leben lang und sogar noch darüber hinaus. Liebe ist die Kraft, die in nur einem einzigen Augenblick Mauern einreißen und mühsam aufgetürmte Bollwerke zum Einsturz bringen kann. Liebe ist die Macht im Universum, sie kennt keine Grenzen, sie durchdringt alles. Wollen wir die Liebe in ihrer ganzen Größe spüren, müssen unsere selbstgemachten, selbsterdachten Mauern fallen. Die meisten Begrenzungen finden in unseren Gedanken statt. Die Gebilde sind so stark, dass wir sie kaum von der tatsächlichen Wirklichkeit unterscheiden können. Wir erlauben uns nicht über diese begrenzenden Gedanken hinauszudenken, wir sind Gefangene unseres Egos! Dieses Ego ist nicht sehr schlau, es bringt uns oft weit weg von dem, was wir sein könnten – und es denkt ständig und baut sich ein Leben so wie es denkt, dass es sein müsse. Wenn Gefahr droht von außen, klar, wir müssen Grenzen setzen! Keiner hat das Recht, uns zu nahe zu treten, wenn wir das nicht wollen. Auch das ist für viele nicht so einfach wie es scheint! Wir antworten mit einem „ja“, wenn wir „nein“ meinen, wir sagen einen Termin zu, obwohl er uns gar nicht passt oder wir lassen uns von anderen körperlich und physisch so vereinnahmen, dass wir uns hinterher nur noch schlecht führen. Wir geben Energie ab, werden gelebt und damit das nicht geschieht – dafür sind Grenzen und Mäuerchen gut!

 

Das Leben kennt keine Grenzen, aber es kennt eine Ordnung. Unser Universum ist ein Kosmos mit klaren Gesetzen. Wer sie kennt, sich daran orientiert und vertraut, der ist frei und grenzenlos reich.

 

http://www.texte-lounge.de

 

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