Macht kommt von Machen

Der Sommer hat bereits begonnen, wir sind sozusagen mittendrin. Urlaubspläne werden geschmiedet, während die Sonne durch unsere Bürofenster scheint. 3 Wochen Jahresurlaub am Stück, das ist für die meisten Arbeitnehmer das Höchste, was möglich ist. 3 Wochen im Jahr, in denen wir frei sind, tun und lassen können, was wir wollen – und was ist mit den restlichen Wochen des Jahres?

Tausende Male habe ich mich gefragt, ob das so sein muss, ob es nicht auch anders geht, ob das einen Sinn macht, ob Menschen nicht häufiger lachen würden, wenn sie das tun würden, was sie wirklich gerne tun? Ich bin mir sicher, dass man auch mit dem Geld verdienen kann, was man kann und sehr gerne tut. Das Problem liegt vielmehr darin, dass viele gar nicht wissen, was sie gut können, was sie wollen und wo ihre Talente liegen. Die Mehrzahl der Menschen kommt gar nicht auf die Idee, sich selbst einmal zu hinterfragen, dabei wäre das so wichtig! Sie trotten vor sich hin und glauben: „Leben ist halt so“ oder „es war schon immer so“. Wenn Hans das natürlich schon so gelebt hat, dann wird es für Hänschen in der Tat schwer, da einen anderen Gedanken zuzulassen oder gar ein neues Lebensmodell zu finden. Das Talent von Hänschen wurde vielleicht irgendwann als Spinnerei unterbunden oder von den Erwachsenen als unvernünftig entlarvt. Kinder brauchen aber ihre Eltern und reagieren entsprechend auf Verbote oder Aussagen. Sie sind auf ihre Gunst und Liebe angewiesen. So entstehen die ersten, unguten Glaubenssätze, wie beispielsweise „ich bin nicht gut genug“, „ich kann das nicht“, „das ist nichts für mich“, die wir dann später erst einmal erkennen und wandeln müssen, weil sie uns behindern.

Diese Kindheitsmuster sind so tief eingeprägt, dass es uns geht wie dem großen Arbeitselefanten in Indien, der als kleiner Elefant mit einem Strick an einem Baum gebunden wurde, damit er nicht entkommen konnte. Ein ausgewachsener Elefant müsste nur einen Schritt machen und der Strick würde reißen. Doch der große und starke Elefant versucht es nicht einmal, weil er glaubt, es hätte keinen Sinn. (Geschichte aus dem ZEN).

 

Und wir? Denken wir nicht auch manchmal so? Als erwachsene Frauen und Männer gelten für uns immer noch die Gesetze unserer Kindheit. Wir hoffen auf die Anerkennung der Mitmenschen, wenn wir deren Wünsche erfüllen und brav sind und wir haben Angst, nicht gut genug zu sein und nicht geliebt zu werden. Vieles lassen wir unversucht, weil wir es von vorneherein zum Scheitern verurteilen. Bleiben diese Muster unerkannt, dann beherrschen sie unbewusst unser Leben und wir kommen vermutlich niemals in den Genuss eines sinnerfüllten Seins und wir wissen nicht, für was wir wirklich brennen. Für unsere nicht gelebte Leidenschaft erhalten wir einen lächerlichen Preis – Durchschnittlichkeit! Dabei wäre jeder Mensch einzigartig und zum Allergrößten fähig, für das er auf diese Erde berufen wurde. Doch wir glauben nicht, so sehr sind wir mit unserem Überleben beschäftigt. Die meisten kommen nie auf die Idee, dass da vielleicht noch mehr sein könnte? Warum sind die einen reich auf diesem Planeten und die anderen arm? Zufall? Nein, es gibt keine Zufälle im Universum, alles funktioniert perfekt! Und genau das würde es uns möglich machen, unser Leben von heute auf morgen auf den Kopf zu stellen und in eine andere Richtung zu rudern. „Quatsch, geht nicht!“, höre ich da schon einige rufen, sie sind sich ihrer Macht nicht bewusst. Das nutzen natürlich andere, nämlich genau die, die es geschafft haben, die Macher und Mächtigen auf unserer Welt.

 

Ja, anders zu denken, will gelernt sein und es erfordert Mut, denn damit geht auch Verantwortung einher. Ich weiß nicht, an was wir am Ende unseres Lebens gemessen werden, ob wir überhaupt gemessen werden? Ich weiß nur, wenn die Schöpfung, wenn Gott, wie immer ihn sich jeder von uns vorstellt, uns nach seinem Ebenbild erschaffen hat, dann hat er uns auch mit der Macht ausgestattet, unser Leben zu erschaffen. „Oben wie unten“, „im Himmel wie auf Erden“! Große Worte, doch sind sie schon in unser Bewusstsein eingedrungen? Warum fühlen wir uns dann so klein? Oft so klein, dass wir unseren Schmerz an anderen auslassen, die sich noch kleiner fühlen als wir selbst! Wir schlagen um uns, ohne den Teufelskreis zu durchbrechen, wir bleiben in unserer Kleinheit gefangen und müssen aufpassen, dass wir nicht in ihr versinken. So sind wir gut zu „handlen“, um den englischen Begriff zu gebrauchen, für unsere Vorgesetzten, für unsere Politiker, für alle, die unser Leben planen. Unser eigener Opferschmerz ist so riesig, dass wir ihn nicht fühlen wollen und so entdecken wir auch das Geschenk nicht, dass darunter versteckt ist. Hinter jeder Angst versteckt sich ein Schmerz und unter jedem Schmerz ist ein Schatz begraben. Der Schatz, den wir irgendwann einmal aufgegeben haben! Doch etwas in uns rührt immer wieder an diesem Geheimnis – das ist die Sehnsucht! Sie setzt sich fest in jeder Ader unseres Körpers und sie wirkt im Herzen, sie sitzt im Solarplexus und im Bauchnabel, genau da, wo es immer so schön zieht. Und tatsächlich, sie will uns ziehen, nämlich genau dahin, wo unser größter Schatz zu finden ist! Spätestens jetzt werden viele seufzen und diese Botschaft so schnell wie möglich wieder vergessen wollen, weil sie unbequem ist. Sie stört die Komfortzone! Schade, denn die Suche lohnt sich, auch wenn sie ein Leben lang andauert.

 

http://www.texte-lounge.de

 

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