Wie ist das mit dem Hier und Jetzt?

Alle spirituellen Lehren dieser Welt weisen immer auf ein Leben in der Gegenwart hin. Leben geschieht immer im gegenwärtigen Moment, das Gestern ist vorbei und das Morgen ist noch nicht da!

 

In der Gegenwart präsent zu sein, heißt bewusst zu sein! Damit ist gemeint, dass wir mit allem, was wir sind im Hier und Jetzt verankert sein sollen. Dieses bewusste Verankertsein muss wieder und wieder geübt werden, weil unser immerwährender Gedankenfluss uns daran hindert, im Moment zu verweilen. Menschen, die meditieren, wissen, dass sie ihre Gedanken nicht einfach abschalten können, aber sie lernen mit der Zeit, die Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne ihnen Bedeutung beizumessen.

 

Ich denke nicht, dass leben im Hier und Jetzt bedeutet, keine Pläne zu schmieden oder an später zu denken, aber ich glaube, dass wir im gegenwärtigen Moment alles geben sollen, was er von uns verlangt. Im Gegenzug finden wir im gegenwärtigen Moment, alles was wir suchen und brauchen. Und damit das so sein kann, müssen wir bewusst im Jetzt leben. Von dieser Warte aus gesehen, existieren Vergangenheit und Zukunft gar nicht! Momente sind wie Seifenblasen, sie schweben einen Augenblick und zerplatzen dann. Sobald meine Gedanken mit dem Morgen beschäftigt sind oder ständig bei einer anderen Person verweilen, bin ich nicht bei mir. Mein Körper und mein Geist sind getrennt, sie bilden keine Einheit. Mein Körper sitzt zwar auf dem Schreibtischstuhl, aber mein Kopf ist bereits beim angesagten Date am Abend. Kein Wunder, dass wir zappelig werden und uns nicht gut fühlen, wir geben in diesem Moment nämlich Energie ab. Energie, die eigentlich uns zusteht und die wir selbst dringend benötigen, um unser Leben zu meistern. Es entsteht ein energetisches Ungleichgewicht! So unglaublich das für manche klingen mag, aber es kann passieren, dass Menschen diese gedankliche Last, die wir auf sie abladen, gar nicht tragen können und vor uns weglaufen, obwohl wir es doch gut meinen. Jeder Gedanke ist reine Energie, darum achte gut darauf, was du denkst! Das heißt nicht, dass wir nicht an andere Menschen denken oder uns um sie sorgen dürfen, aber wir sollten auf das Gleichgewicht achten. Selbstliebe beinhaltet auch, dass wir in unserer Kraft bleiben!

 

Wer nicht in der Gegenwart lebt, der spürt auch seinen Körper nicht. Kann er gar nicht, weil er nicht anwesend ist! Das bewusste Erleben des Moments heilt, weil es eigentlich nichts zu befürchten gibt. Furcht machen uns die Gedanken, unsere eigenen, erdachten Schreckensszenarien. Wenn wir schon ständig denken müssen, dann sollten es wenigstens gute Gedanken, Gedanken der Liebe sein! Jede Energie zieht genau wieder die Energie an, die sie aussendet! Und darum:

 

„Achte gut auf diesen Tag,

denn er ist das Leben –

das Leben allen Lebens.

In seinem kurzen Ablauf

liegt all seine Wirklichkeit

und Wahrheit des Daseins,

die Wonne des Wachsens,

die Größe der Tat,

die Herrlichkeit der Kraft.

Denn das Gestern ist nichts als ein Traum

und das Morgen nur eine Vision.

Das Heute jedoch, recht gelebt,

macht jedes Gestern

zu einem Traum voller Glück

und das Morgen

zu einer Vision voller Hoffnung.

Darum achte gut auf diesen Tag.

(Rumi – persischer Mystiker)
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2 Antworten zu Wie ist das mit dem Hier und Jetzt?

  1. Matthias Mala schreibt:

    Auch wer nicht gegenwärtig ist, ist gegenwärtig, sofern er nicht gerade tot ist.

    • textelounge schreibt:

      Hallo Matthias,

      danke für deinen Kommentar. Ja, da magst du zwar Recht haben, er ist da, aber nicht in seiner vollen Kraft.

      dir noch einen schönen, sonnigen Tag
      Emanuela

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