Lebenssschritte brauchen Zeit

Für alles im Leben gibt es eine Zeit

 Genauso wie die Evolution Zeit braucht, Leben anzupassen oder zu erneuern, so brauchen auch wir für unsere Entwicklungsprozesse Zeit.

Diese Prozesse sind individuell und laufen individuell. Das fängt im Kindesalter bereits an. Krabbeln, Laufen, Sprechen, all diese Entwicklungen folgen keinem starren Muster, sie gelingen jedem Kind in seiner eigenen Geschwindigkeit. Und so geht es weiter – das Leben ist ein fortwährender Lernprozess.

 

Natürlich kann man Menschen fördern, aber lassen sich diese Prozesse wirklich beschleunigen? Ich denke eher, das ist so wie in diesem Sprichwort aus Afrika: „Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht!“ Für alles im Leben gibt es eine richtige Zeit und Menschen lassen sich nicht in ein Raster packen. Der eine verkraftet einen Schicksalsschlag schnell, ein anderer kaut daran sein ganzes Leben. Der Mensch entwickelt sich nur soweit er auch in der Lage dazu ist.

 

Wie oft habe ich im Nachhinein gedacht: „Hätte das nicht schneller gehen können? Hätte ich das nicht schon viel früher wissen müssen? Wieso habe ich so viel Zeit vertan? Hätte ich mir dieses Erlebnis nicht ersparen können?“ „Nein, vermutlich nicht!“, weil ich dann nicht der Mensch wäre, der ich heute bin und ich hätte zum Zeitpunkt X auch keinen anderen Weg gesehen. Selbst die Hilfe unserer Familie oder unserer Freunde ist da vergebens, wir sind sozusagen betriebsblind! Erst wenn es uns gelingt, die Situation in einem anderen Licht zu sehen, können wir weitergehen. Alles braucht seine Zeit! Das gilt auch für die Trauer. Es gibt kein Patentrezept, das diesen riesigen Schmerz lindert oder auflöst, es gilt ihn ganz zu durchschreiten, um dann weiterleben zu können. Zudem hat kein Mensch das Recht über die Gefühle eines anderen zu urteilen oder sie zu werten. Tut er das, dann müsste er sich selbst hinterfragen, denn das Gegenüber ist stets ein Spiegel!

 

Natürlich lassen sich menschliche Prozesse unterstützen und begleiten, nur das Problem ist, dass der Mensch seinen eigenen Prozess erfahren muss, um ihn zu verinnerlichen und verändert daraus hervorzugehen. Das wiederum ist eine Sache des Herzens und des Mitgefühls und hat weniger mit dem Verstand zu tun. Wenn es soweit ist, dann wird der Mensch das spüren, weil es unmittelbares Wissen ist.

 

Prozesse können langwierig sein und nicht selten brauchen wir jede Menge Geduld. Oft vergehen Jahre bis wir uns von negativen Mustern und Gedanken gelöst haben. Hilfe für diese Arbeit an uns selbst bekommen wir von unserem Körper und von unseren Gefühlen. Unser Körper und unsere Gefühle sind unsere besten Ratgeber. Sie führen uns direkt dahin, wo es hakt!

 

„Geh Du vor“, sagte die Seele zum Körper, „auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich.“

„Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben“, sagte der Körper zur Seele.      (© Ulrich Schaffer)

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