Vom Verzeihen und Vergessen

Wenn uns ein Mensch verletzt hat, dann können wir das verzeihen, aber wir vergessen es nicht. Die Verletzung hat sich so tief in unser Innerstes eingegraben, dass sie wie ein Teil von uns geworden ist. Das ist nichts Schlimmes, hat aber Folgen. Weitaus schlimmer wäre es allerdings, wenn wir nicht verzeihen würden.

Salamander

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dennoch ist es so, dass neben dem „Nichtvergessen können“ auch das verlorengegangene Vertrauen einhergeht und das ist alleine mit dem „Verziehen haben“ nicht wieder hergestellt. Deswegen ist es auch so schwierig, ja, zuweilen echt harte Arbeit, eine Verbindung aufrechtzuerhalten oder wiederzubeleben, wenn das Vertrauen zerbrochen ist. Vertrauen ist die Grundlage einer jeden Beziehung, auch die Grundlage von guten Geschäftsbeziehungen.

Vertrauen ohne Liebe gibt es nicht. Im Prinzip sind zwei Lieben dafür notwendig, die Liebe zu sich selbst und die Liebe zum anderen. Nachdem Liebe spirituell gesehen aber so nicht aufteilbar ist, ist schlicht und ergreifen die Liebe vonnöten.

Liebe verzeiht tausende Male und mehr – und doch ist es so, dass sich jede Unwahrheit, so wie auch jede Wahrheit, energetisch unvergesslich macht. Und gerade der oder die Menschen, die wir am meisten lieben, kommen unserem Energiekörper, unserer Seele, unserem Herzen sehr nahe. Selbst wenn unser Kopf oder unsere Gedanken nach Jahren längst vergessen haben, was geschehen ist, so weiß unser Gefühl immer noch, wie sich das zuzeiten angefühlt hat. Haben wir dieses Gefühl wirklich irgendwann voll und ganz in seiner Essenz gefühlt, dann haben wir meistens auch bereits vergeben und können vielleicht sogar wieder ungezwungen mit ihr oder ihm umgehen. Vergessen dagegen – ist unmöglich! Alles ist abgespeichert und im Grunde genommen auch abrufbar, selbst wenn es im Unterbewusstsein abgelegt ist.

Wenn also jemand im positiven Sinne meint: „Ich kann dich nicht vergessen!“ oder im negativen Sinne: „Ich kann das nicht vergessen!“, dann ist das so. Das ist auch der Grund, warum wir uns vergeblich bemühen, manche Menschen, Dinge oder Situationen vergessen zu wollen, weil es schlicht und ergreifend nicht geht. Aber was wir machen können, ist unseren Frieden mit all diesen Stationen in unserem Leben, die nach unserer Meinung nicht so toll gelaufen oder aber sehr toll gelaufen sind und nur nicht unseren Erwartungen entsprochen haben. Und das geht wiederum nur, wenn wir in der Liebe sind! Und vielleicht erkennen wir in diesem Stadium auch, dass jeder Mensch einzigartig ist und so leben darf, wie er leben möchte. Vielleicht erkennen wir, dass eine Trennung oder Verletzung notwendig geworden war, weil sonst keine weiteren Entwicklungsstufen für Beide erreicht worden wären. Vielleicht sehen wir in diesen Momenten, dass uns der Andere nichts Böses wollte, sondern nur seinen eigenen Weg, einen neuen Weg, gehen musste und vielleicht kommen wir irgendwann zu dem Schluss, dass das Leben und die Liebe ihre eigenen Gesetze haben und nicht dem Ego unterliegen. Ja, und vielleicht sind wir sogar irgendwann dankbar dafür, dass uns das Leben in den ursprünglichen, natürlichen Fluss zurückgeschleudert hat. Wenn wir die Dinge so annehmen können, wie sie sind, dann sind wir in der Liebe, in der Verzeihen und der Aufbruch zu neuen Ufern möglich sind.

Im Unvergessenen können wir lesen, wie in einem Buch, das unsere Lebensgeschichte schreibt – und die wiederum ist untrennbar verwoben, mit den Geschichten aller Wesen.

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