Von der Sehnsucht endlich anzukommen, von der Leidenschaft und der inneren Stimme

SehnsuchtAuf die innere Stimme zu hören, ist für mich gleichbedeutend mit Selbstliebe. Vielleicht ist es auch eine Sache des Alters, der Reife, der Weisheit, dass ich heute diese Stimme sehr viel bewusster wahrnehme als früher. Vielleicht habe ich

auch gelernt, mehr und mehr auf sie zu hören, weil es mir dann besser geht und ich nicht ständig mit Menschen, Dingen und Umständen konfrontiert werde, die mir nicht gut tun und die ich gar nicht in meinem Leben haben will. Es ist nicht unser Verstand, der uns sicher führt, es die leise und so oft ignorierte Stimme in unserem Inneren. Es ist die Stimme Gottes oder was immer er für dich bedeutet.

Ich glaube, irgendwann kommt jeder Mensch an einen Punkt, an dem er anfängt nachzudenken über die Sinnhaftigkeit seines Seins. Dabei muss er nicht gleich sein ganzes Leben infrage stellen, sondern einfach, ob sein bisheriges Leben auch noch für die Zukunft taugt? Ist die Lebensfreude noch da? Vielleicht ist das Feuer längst aus, das früher einmal gelodert hat? Ohne Feuer, keine Leidenschaft! Das gilt vor allem für die Liebe, damit meine ich nicht nur die Liebe zwischen zwei Menschen, sondern die Liebe zu dem, was ist und zu dem, was wir tun.

Irgendwo tief in uns allen steckt eine Sehnsucht, die wahrgenommen werden möchte und gelebt werden will. Bei vielen Menschen steckt sie fest oder sie ist unter Glaubenssätzen, blockierenden Mustern und Ängsten vergraben. Was sie will? Sie will wieder freigelegt werden, endlich wieder gesehen, gefühlt und gelebt werden. Diese Sehnsucht war nicht immer versteckt, aber unsere gelernten und schmerzhaft erfahrenen Konditionierungen haben uns gelehrt, dass diese unsere Sehnsucht nicht gut für uns ist, sie darf nicht sein! Diese tiefe Sehnsucht hat immer etwas mit dem inneren Kind zu tun. Das Kind wusste nämlich sehr genau, was es auf diesem Planeten anstellen wollte, hat aber im Laufe der Zeit gelernt, dass es besser ist, diese Sehnsucht zu verstecken. Zu oft ist sie verraten oder in den Schmutz gezogen worden, das Kind hat beschlossen, etwas so Heiliges und Großes zu schützen. Und es hat sie so gut versteckt, dass der erwachsene Mensch oft nicht einmal mehr diffus ahnt, welches Geschenk er in sich trägt. Was geblieben ist? Nur eine wage Ahnung, dass da noch etwas sein könnte, ein Gefühl, das ab und zu im Nebel auftaucht, ein nicht zuordenbarer Schmerz, der sich in den einsamen Momenten breit macht. Vielleicht sogar das Gefühl, noch nicht wirklich gelebt zu haben? Gefühle sind Wegweiser, geh ihnen nach, lausche, fühle!

Sehnsucht hat viele Namen und keiner gleicht dem anderen. Auch wenn wir oft meinen, dass wir die gleichen Sehnsüchte haben, so würde ich das eher als die gleichen Bedürfnisse bezeichnen. Jede Sehnsucht, ich meine die Sehnsucht, die wir von Geburt an in uns tragen, ist anders. Sie ist das individuelle Geschenk der Schöpfung an uns. Sie ist unser Segen – und gelebt, ist sie ein Segen für unser ganzes Umfeld, ja, sogar für die ganze Welt. Sie macht den Sinn unseres Lebens aus, sie macht jedes Leben erst einmalig, bevor wir in den göttlichen Ozean zurückkehren dürfen. Das ist der Grund, warum es sich so sehr lohnt nach dieser individuellen Urkraft in uns zu suchen, denn eine Kraft ist sie, stärker als alles andere! Wenn es uns gelingt, diese Sehnsucht zu finden, dann kann uns nichts mehr aufhalten, wir sind angekommen, nämlich bei uns!

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