50plus – Mitten im Leben – Eine spirituelle Sicht der Dinge

Nur allzu gerne zerstückeln wir Menschen unser Leben in Teile. Unser Verstand braucht die polare Sicht der Dinge, weil er sich nur so die Welt erklären kann. Dazu gehören auch Dinge wie Zeit und Raum. Er, unser Verstand, meint, junge Menschen stünden am Anfang ihres Lebens, alte Menschen am Ende ihres Lebens und die Generation 50plus, zu der auch ich gehöre, befindet sich irgendwo in der Mitte des Lebens, eher schon leicht darüber. Alles gut und schön, aber wie sieht es wirklich in den Herzen der Generation 50plus aus und gibt es überhaupt den Anfang und das Ende des Lebens?

Mitten im Leben

 

 

 


 

 

 

 

 

Ich für meinen Teil kann sagen, dass etwas tief in mir immer schon war! Es ist jung und lebendig, es ist das Feuer, das mein Leben schürt. Aus spiritueller Sicht stehen wir, solange wir auch nur einen einzigen Atemzug machen, immer mitten im Leben. Die Begrenzung des Alters legen wir uns selbst auf. Wir glauben, dass es mit den ersten Zipperleins bereits Richtung Lebensende geht, wir wissen nicht, dass der Körper dem Geist unterliegt und nicht umgekehrt. Wir glauben, dass das Rentenalter das Ende der Arbeit ist und dass das süße Nichtstun uns erfüllen wird. Zumindest denken das die Menschen, die zwar einen Beruf haben, der aber keine Berufung ist. Damit wir Menschen glücklich sind, brauchen wir ein erfülltes Leben, ein selbstgewähltes und selbstbestimmtes Leben, keines dass uns von irgendeiner Instanz aufgedrückt wird. Für viele Menschen kommt erst mit den Jahren der Punkt, an dem sie sich selbst verwirklichen können, um das in Welt zu tragen, wofür sie in dieses Leben gekommen sind. Höchste Zeit also, sich einmal mit den höheren Fügungen des Lebens auseinanderzusetzen!

Wir sind auf diese Welt gekommen, um uns weiterzuentwickeln, um zu wachsen. Dafür haben wir individuelle Fähigkeiten mitbekommen, Fähigkeiten die kein Zweiter in genau dieser Form in sich trägt. Unsere Seele hat beschlossen, ihre Einzigartigkeit in die Welt zu bringen und unsere Aufgabe ist es, dieser eine Form zu geben. Was unser Seelenplan vorsieht oder was unsere Seele sich wünscht, muss nicht zwangsläufig mit dem zusammengehen, was unser Verstand für gut und richtig befindet. Wenn wir dem Plan unserer Seele folgen wollen, müssen wir unserer Sehnsucht folgen. Die zeigt sich uns in Form von Gefühlen und sie ist unsere innere Stimme, unsere Intuition. Unsere Seele kennt kein Alter, für sie zählen Wachstum und Freude, für sie ist es nicht vom Belang, ob wir 20 oder 70 Jahre alt sind.

Wer also denkt, das Spiel wäre gegen Mitte des Lebens schon gelaufen, der irrt sich. Mag sein, dass dies in den herkömmlichen, beruflichen Strukturen oder gar gesellschaftlich der Fall ist, nicht aber was den eigentlichen Sinn des Lebens angeht. Ein Säugling steht genauso in der Mitte seines Lebens wie ein Hundertjähriger! Unser Verstand weiß nicht um diese Dinge, aber unser Herz! Auch wenn das große Feuer dort in den letzten Jahren erloschen zu sein scheint, so lodert doch in Jedem und in Jeder dieses kleine Flämmchen, das da Sehnsucht heißt und das wir niemals auspusten können.

Als wir noch klein waren, wagten wir zu träumen, ja, es war normal für uns. Wir taumelten durch Märchenwelten, eroberten das Weltall und sahen in jedem Grashalm ein kleines Abenteuer. Nach und nach koppelten wir uns ab von dieser Magie, die das Leben selbst ist. Wir entschieden uns artig, wie wir es von unseren Eltern oder Lehrern gelernt haben, für die harten Fakten und Tatsachen und vergaßen so nach und nach unseren ureigenen Lebenstraum. Jetzt, mit Mitte 50, denken viele, dass es sich gar nicht mehr lohnt, dieser tiefen Sehnsucht zu folgen. Merkwürdigerweise nämlich ist es oft so, dass sich die Schleier, die sich über den Grund gelegt haben, warum wir hier auf diese Erde gekommen sind, in der Mitte des Lebens wieder lichten. Kein Wunder, die Kinder sind groß und die Karriere ist in grünen Tüchern, wir haben wieder Platz, unserer inneren Stimme zu lauschen. Oft tragen auch Krankheiten und Schicksalsschläge dazu bei, dass wir uns öffnen. Wir stellen Fragen: „Da war doch noch was? Was habe ich noch nicht gelebt?“ Wir fragen nach dem Sinn des Lebens! Das kann durchaus unangenehm sein, weil es unter Umständen alles infrage stellt, was wir bisher gedacht haben. Das ist auch einer der Gründe, warum viele Menschen lieber nicht fragen und das Drängen der inneren Stimme lieber überhören. Es erfordert Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen, es ist aber die einzige Möglichkeit, um zu wachsen. Veränderungen gehören zum Leben und nachdem wir immer mitten im Leben stehen, werden sie vor keinem Alter haltmachen.

Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch, wenn er nur ein wenig in sich hinein spürt, genau weiß, dass es in diesem Leben keine Aufteilung geben kann. Was es gibt, sind die Rhythmen, welche die natürlichen Übergangsstufen unseres Lebens kennzeichnen. Früher wurden diese gefeiert und viele Naturvölker tun es auch heute noch. Wir sind niemals mehr wieder der Mensch, der wir gestern noch waren. Wir verändern uns ständig, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen. Wir Menschen haben eine Schöpfernatur, die sich wieder und wieder neu erschaffen möchte. Das kann im Kleinen genauso geschehen wie im Großen – es gibt keine Wertung und es gibt keine Zufälle, das Leben funktioniert nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip! Die Antwort auf die großen Fragen des Lebens, finden wir nicht im Außen, sie schlummern in uns selbst, in unserer Mitte und die ist stets da, wo wir stehen – mitten im Leben!

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