Vom Loslassen und Verdrängen

Habe ich schon losgelassen oder nur verdrängt?

Loslassen

Loslassen ist für uns Menschen eine der schwersten Übungen, denn meistens ist es so, dass wir ja gar nicht loslassen wollen, sondern wir wollen es behalten, was immer es auch ist. Und trotzdem, die Lektionen des Loslassen kommen wieder und wieder in unser Leben. Je mehr wir uns gegen die Veränderungen und den Wandel stemmen, desto schmerzhafter gestalten sich diese Prozesse. Letztendlich geht es um das große Ganze, wir dürfen nicht in diesem Leben bleiben, irgendwann müssen wir gehen, wir müssen loslassen.

Warum gestaltet sich Loslassen nur so schwierig?

Das liegt daran, weil wir krampfhaft daran festhalten, obwohl uns Dinge oder Menschen nicht mehr guttun. Zunächst einmal müssen wir überhaupt fühlen, dass wir nicht loslassen wollen. Ohne das bewusste Annehmen unserer eigenen Gefühle kommen wir keinen Schritt weiter. Erst wenn wir das Gefühl des Festhaltens angenommen haben, entsteht Selbstliebe in uns und die wird uns helfen, das gehen zu lassen, was gehen will. Wenn wir das nicht tun und den Prozess nicht ganz durchleben, dann kann es passieren, dass wir beispielsweise eine Liebe nicht wirklich losgelassen haben. Wir haben uns zwar getrennt, aber die zugehörigen Gefühle damals verdrängt. Wir haben gedacht, verlassen ist verlassen, kaputt ist kaputt! Und wir haben uns vielleicht sogar mehr oder weniger dazu gezwungen oder sind gezwungen worden, den anderen aus unserem Leben zu verbannen. Es ist egal, wie der Ablauf war, das Prozedere des Loslassen ist immer das Gleiche: Erst alle Gefühle, besonders das Gefühl des Festhalten-Wollens, bewusst wahrnehmen und fühlen mit all seinen Schmerzen, der Hilflosigkeit, der Ohnmacht – und dann nach und nach freiwerden und den anderen Menschen und sich selbst wirklich freigeben. Das ist der Weg der Heilung!

Verdrängen ist eine bequeme und manchmal sogar eine notwendige Flucht, aber leider nicht die Lösung!

Erst einmal alles verdrängen, das ist cooler, als zu weinen und zu leiden – aber nur zunächst! Verdrängen ist nämlich der längere Leidensweg, er hört im Prinzip erst dann auf, wenn wir innerlich bereit sind, uns der Sache zu stellen. Besonders Männer wählen oft diesen Weg, wenn eine Beziehung zu Ende geht oder Freundschaften im Streit auseinandergehen. Sie wollen cool sein, männlich und hüllen sich so über Jahre in einen gefühllosen Kokon ein, manchmal sogar für den Rest ihres Lebens. Das ist schade, auch weil es den universellen Gesetzen entgegenwirkt. Einatmen – Ausatmen, Blühen – Verblühen, Annehmen – Loslassen! Die Natur macht es uns vor, es ist der natürlich Fluss des Lebens.

Verdrängte Emotionen sind nicht einfach so weg, es sind Energien, die in unserem System bleiben und unter Umständen sogar krank machen. Es sind sozusagen Kellerkinder, die immer wieder an die Türe im Obergeschoss klopfen und herausgelassen werden wollen. Sie machen sich von Zeit zu Zeit bemerkbar, mal mehr mal weniger, mal heftig! Und immer dann, wenn es schmerzt, weil jemand bestimmte Knöpfe bei uns drückt, hoffen die verdrängten Emotionen darauf, endlich ans Licht zu dürfen. Denn nur wenn Licht auf sie scheint, können sie sich verwandeln und auflösen.

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2 Antworten zu Vom Loslassen und Verdrängen

  1. TINE schreibt:

    Sehr schön geschrieben 🙂

    LG
    Tine

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