Für den Frieden sein – wie geht das eigentlich?

Wir alle sehnen uns nach Frieden, nach einem friedlichen Miteinander, nach einer friedlichen Welt. Für den Frieden gehen viele Menschen auf die Straße, zünden Kerzen an oder bilden Menschenketten, die sich an den Händen fassen. Für den Frieden ziehen auch jene in den Krieg, die meinen den Frieden müsse man sich erkämpfen oder mit brachialer Gewalt einholen. Dass dies nicht der richtige Weg ist, müsste zwischenzeitlich bei jedem angekommen sein. Frieden lässt sich nicht erzwingen und schon gar nicht mit Waffen.

Im großen Geschehen können die meisten von uns nicht aktiv mitwirken, wohl aber im Kleinen, in ihrer eigenen, kleinen Welt bei sich

Frieden

zu Hause, in der Familie, in der Arbeit, in der Schule, im Verein, im Freundeskreis, auf der Straße, im Supermarkt. Hier gibt es unzählige Baustellen und Klein-Kriege, die wir gar nicht erst anzetteln müssen bzw. wenn sie schon da sind, in den Frieden bringen können. Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass es auch diese niederen Schwingungen sind, die einen Weltfrieden geradezu unmöglich erscheinen lassen. Dabei bleibt es völlig egal, ob es sich um Fehden handelt, die bereits seit Jahren schwelen oder um unsere täglichen Befindlichkeiten, die uns manchmal von einer Minute auf die andere aus der Mitte reißen.

Wie oft an einem Tag gießen wir noch zusätzlich Öl ins Feuer, damit es ja anständig brennt? Wie oft verurteilen oder beurteilen wir andere, ziehen über sie her oder mobben sie gar? Nein, es geht nicht darum, alles gutzuheißen, es geht darum, mit all unseren Beziehungen sorgsam umzugehen. Wir sitzen alle in einem Boot, wir sind keine getrennten Wesen und wo immer wir unsere Wut auch ausschütten mögen, so treffen wir doch auch immer uns selbst. Nicht die anderen sind schuld, nicht die anderen haben mehr Glück, nicht den anderen geht es besser – es ist unsere verschobene Sichtweise auf die Dinge. Wie viele haben verlernt auf ihr Herz zu hören, Empathie zu empfinden, nicht nur für andere, sondern vor allem für sich selbst? Mit demjenigen, der mit sich selbst im Frieden ist, kannst du keinen Krieg führen!

Wie oft lassen wir uns von unserer Wut tragen, anstatt diese starken Energien in die Heilung und zum Wohle aller zu investieren? Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, wird zuhauf mit wütenden Äußerungen oder Posts konfrontiert. Ganz klar – vieles, was auf unserer Welt geschieht, ist schlimm und grausam! Aber wenn wir uns dieser Schwingung anschließen und entsprechende Worte unter Videos oder Beiträge, die uns wütend machen, setzen, erreichen wir genau das Gegenteil. Wir geben dem, was uns missfällt, noch mehr Energie! In Wahrheit überdeckt unsere Wut einen Schmerz, einen Schmerz, der so weh tut, dass wir ihn nicht fühlen wollen. Und damit rechnen alle die, die ebenfalls nicht in den Frieden gehen können, weil sie nämlich ihren eigenen Schmerz auch nicht fühlen wollen. Oft verbergen sich unter der Wut zusätzlich noch Ängste, die uns nicht bewusst werden, weil wir sie mit unserer inneren Lautstärke zudecken.

Nein, es reicht nicht aus, nur eine Kerze anzuzünden oder auf die Straße zu gehen. Das sind wunderbare Zeichen, doch der erste Schritt ist ein innerer Schritt, ein Friedenspakt mit dir und deinem Umfeld. Kläre dein Feld, lass` dich nicht hineinziehen in die tagtäglichen Querelen, aktiviere dein Mitgefühl, bleib` bewusst, lass` dich nicht antreiben von Neid und Missgunst, bleib` bei dir! Versuche es wenigstens! Nein, es ist nicht immer leicht einen Konsens zu finden, aber es lohnt sich, danach zu suchen. In dem Moment, in dem du wirklich bewusst bist, bist du schon mitten in der Los-Lösung.

Wir sind viele und je mehr wir es schaffen, mit uns, mit unserer Umgebung, mit allen Lebewesen und unserer Erde im Einklang zu leben, desto weniger haben Unbill, Kriege und andere Nöte eine Chance. Jede Veränderung beginnt bei uns selbst, denn in jedem von uns sitzt ein Teil des strahlenden Lichtes, das die Dunkelheit erleuchtet.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Das Universum, Frieden, Kommunikation via Heart, Liebe abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Für den Frieden sein – wie geht das eigentlich?

  1. nialebt schreibt:

    Ich fand deinen Text wirklich richtig gut. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich an manchen Stellen auch ertappt gefühlt. Eigentlich hast du schon Recht: Man wünscht sich so oft Frieden im Großen, aber in der Familie und dem eigenen Umfeld ist man dann doch so wahnsinnig stur. Ich nehme mir nach deinem Artikel jedenfalls vor, darauf in Zukunft mal zu achten 🙂

    nialebt.wordpress.com

    • textelounge schreibt:

      Liebe Nia,
      vielen Dank für dein Feedback :-). Ich finde es wunderbar, dass du dir vorgenommen hast darauf zu achten. Das ist schon sehr viel und wer weiß, vielleicht findest du ja Gefallen daran ❤

      • nialebt schreibt:

        Immer wieder gerne! Nach den ersten paar Tagen meines neuen Vorsatzes muss ich dir wirklich sagen, dass es schwieriger ist als gedacht! Es gibt so viele Situationen, bei denen man gar nicht darüber nachdenkt, ob daraus ein Disput oder gar ein Streit entstehen kann! Aber es macht auf jeden Fall bessere Laune als immer nur den eigenen Kopf durchsetzen zu wollen 🙂 Und oft erreicht man mit Diplomatie ja doch dann viel mehr als mit sturem „Nicht-Klein-Begeben-Wollen“ 😉
        Darf ich fragen, wie du auf die Idee gekommen bist, dich dem Thema zu widmen?

        Alles Liebe,
        Nia

        nialebt.wordpress.com

      • textelounge schreibt:

        Hallo Nia,
        super, dass du es versuchst! Nein, es ist nicht einfach, weil wir ständig am Bewerten sind. Die Menschen, die Situationen sind immer so, wie wir sie sehen wollen und nicht, wie sie wirklich sind. Und nachdem jeder dieses Konstrukt in sich trägt, kann es zuweilen ganz schön kompliziert werden :-). Außerdem – solange wir die Schuld immer abschieben, nehmen wir unsere eigene Verantwortung nicht an. Und solange wir blind für unseren eigenen Anteil sind, entsteht kein Frieden.

        Vieles von dem was ich schreibe, hat mir selbst zu tun, mit meinem Weg. Andere Themen wiederum greife ich auf, weil sie mir auffallen. Ein Impuls reicht da oft schon aus. Ich fange mit dem Text an und lass mich quasi durch das Thema führen, ohne vorher zu wissen, welche Gedanken dazu auftauchen. Unter der Kategorie „Über mich“ findest du mehr Infos dazu :-).

        alles Liebe Emanuela

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s